Im Gegensatz zu den Kollenchymzellen sind bei den Sklerenchymen die Sekundärwände stark verdickt. Durch die teileweise Verholzung der Sekundärwand erhält das Sklerenchym eine weitaus höhere Festigkeit als das Kollenchym, ist aber auch nicht plastisch dehnbar.
Es gibt zwei Arten von Sklerenchymzellen, die Sklerenchymfasern und Sclereiden.
Die Sklerenchymfasern sind prosenchymatische Sklerenchymzellen, dass sind solche Zellen die durch eine eindimensionale Zellstreckung eine langestreckte faserförmige Form annehmen.
Je nach dem Grad der Lignineinlagerung sind die Sklerenchymfasern mehr oder weniger elastisch (nicht zu verwechseln mit dehnbar).
Beispiele für eine sehr hohe Elastizität mit geringer Lignineinlagerung sind z.B. die Leinenfasern, das Gegenbeispiel ist der Baumstamm mit einem hohen Anteil an Lignin und Verholzung.
Sklerenchyme kommen über den ganzen Pflanzenkörper verteilt vor, allerdings ordnen sie sich abhängig vom Pflanzentyp in charakteristischer Weise an.
Nach NULSCH (2001) sind die Sklerenchymfasern in Pflanzen mit krautigen Stengeln peripher angeordnet, da sie biegungsfest sein müssen, meistens in Form von einzelnen Strängen oder als geschlossene Zylinder.
In Bäumen sind sie über den Stammquerschnitt in Form von Holz- und Bastfasern verteilt um eine hohe „Säulenfestigkeit“ zu bieten.
In Wurzeln dagegen sind die Fasern entweder zentral oder in einzelsträngen über den Wurzelquerschnitt verteilt, um Zugkräften standhalten zu können.

Steinzellen sind können unterschiedliche Formen annehmen und sind im Gegensatz zu den Fasern eher kurz. Sie kommen einzeln über das Grundparenchym und in allen Organen verteilt vor, oder aber sie bilden Samenschalen, Nussschalen und das Endokarp der Steinfrüchte. Wenn sie im Bereich der Rinde liegen sind sie immer verholzt.